Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin

Die Nuklearmedizin ist eine noch verhältnismäßig junge Disziplin, basierend auf den Erkenntnissen von Wissenschaftlern v. a. aus den Fachgebieten Physik, Chemie, Medizin und Informatik. Die Grundlagen legten Ende des 19. Jahrhunderts kurz hintereinander Wilhelm Conrad Röntgen mit der Entdeckung der nach ihm benannten Strahlen, Henri Becquerel, der die (natürliche) Radioaktivität entdeckte, sowie das Ehepaar Marie und Pierre Curie mit dem Nachweis von Polonium und Radium. Sie führten auch den Begriff Radioaktivität und radioaktive Strahlung in die Wissenschaft ein. 

Einen weiteren Meilenstein legte Georg von Hevesy 1923 mit der Entwicklung des „Tracer-Prinzips“, das bis heute allen nuklearmedizinischen  Verfahren zugrunde liegt – die Untersuchung von Stoffwechselvorgängen mit geringsten Mengen eines radioaktiven Stoffs. Irène und Frédéric Joliot-Curie schließlich fanden 1934 heraus, dass sich radioaktive Isotope von chemischen Elementen auch künstlich herstellen lassen. In der Folge wurden immer wieder neue strahlenaktive Substanzen, sogenannte „Radionuklide“, entdeckt und entwickelt. 

Die Sichtbarmachung der Funktion von Organen und Geweben mit Hilfe eben dieser Radionuklide ist eine der herausragenden Leistungen der Nuklearmedizin. Viele Erkrankungen lassen sich im Frühstadium anhand von Funktionsstörungen und biochemischen Defekten erkennen, noch bevor das betreffende Organ Auffälligkeiten aufweist.

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