Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat Univ.-Prof. Dr. Alexander Drzezga aufgenommen. Er ist Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Uniklinik Köln und leitet gleichzeitig den Bereich Molekulare Organisation des Gehirns am Institut für Neurowissenschaften und Medizin des Forschungszentrums Jülich.
Prof. Drzezga und sein Team arbeiten auf dem Gebiet der modernen molekularen Bildgebung und der nuklearmedizinischen Therapie. Mithilfe hochempfindlicher bildgebender Verfahren wie der Positronenemissionstomographie (PET) erforschen sie zum Beispiel, welche biologischen Prozesse im Gehirn neurodegenerativen Veränderungen wie der Alzheimer-Erkrankung zugrunde liegen, wie sich diese über längere Zeiträume entwickeln und wie sie die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Ziel ihrer Forschung ist es, die Mechanismen derartiger Erkrankungen besser zu verstehen und dadurch die Grundlagen für eine frühzeitigere und präzisere Diagnostik zu schaffen und neue Ansatzpunkte für Therapien zu identifizieren. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage, warum es Unterschiede in der Anfälligkeit für solche Erkrankungen gibt – zum Beispiel zwischen den Geschlechtern – und zu klären, wie das Gehirn Widerstandsfähigkeit entwickeln und gesund altern kann.
Auch in der Krebsmedizin bietet die Forschung von Prof. Drzezga und seinem Team in der Nuklearmedizin wichtige Möglichkeiten. Hier liegt ein Schwerpunkt darauf, bereits kleinste Mengen Tumorgewebe auf molekularer Ebene sichtbar zu machen und diesen diagnostischen Nachweis direkt mit maßgeschneiderten Therapien zu verbinden, die auf den individuellen Patienten oder die Patientin ausgerichtet sind, sogenannte „Theranostik“. Seine Forschung verbindet damit grundlegende wissenschaftliche Fragestellungen zu neuen diagnostischen Verfahren auch mit dem Ziel, konkrete neue Ansätze für die therapeutische Versorgung von Krebserkrankungen zu erschließen.
„Über die Aufnahme in die Leopoldina freue ich mich wirklich sehr! Es ist eine große Ehre und eine besondere Würdigung unserer Bemühungen, die vielfältigen und faszinierenden Möglichkeiten der Nuklearmedizin und der molekularen Bildgebung in der Forschung zu nutzen und damit zu einer besseren Diagnostik, Prävention und Therapie zum Beispiel von Demenz- und Tumorerkrankungen beizutragen“, sagt Prof. Dr. Alexander Drzezga.
Hintergrund Leopoldina:
Die Leopoldina bringt exzellente Wissenschaftler zusammen, die Politik und Gesellschaft in relevanten wissenschaftlichen Fragen beraten. Hierfür greift sie Themen auf und erarbeitet dazu, unabhängig von politischen und wirtschaftlichen Interessen, wissenschaftsbasierte Expertisen. Die Leopoldina vertritt Deutschland in internationalen akademischen Gremien und pflegt Kontakte zu nationalen wissenschaftlichen Akademien.
